Über

Per aspera ad astra

In alten, überdehnten Herrschafts- und Regierungssystemen, konkret: in den postdemokratischen Staaten und suprastaatlichen Ochlokratien des Westens, die am Ende eines »entropischen« Zerfallsprozesses angelangt sind, zählen nicht mehr die Werte, auf denen sie als ihre eigenen Voraussetzungen angeblich stehen; es zählen nur noch die tatsächlichen Herrschafts- und Machtverhältnisse – nicht, um irgendeines Zieles willen, sondern nur noch um ihrer selbst willen.

Der erwachte Bürger, derjenige, der zur anschwellenden Minderheit jener zählt, die in einem schmerzhaften Erkenntnisprozess diese Verhältnisse endlich durchschaut hat, kann sich nur noch mit Ekel und Abscheu von Staat, Politik, Bürokratie, Ideologie und Religion – kurz: von der »Matrix« – abwenden, und seinen eigenen Weg gehen.

Wesentliches Kennzeichen der real existierenden »Matrix« ist die geistige Gleichschaltung, die sowohl daraus resultiert als auch dazu führt, dass selbst gebildete und sachkundige Gruppen vorsätzlich die Realität missachten, und die gleichen ideologischen Mantras so lange wiederholen, bis sie als unumstößliche (Axiome) Wahrheiten gelten. Bestand einst die primäre Funktion von organisierter Herrschaft noch darin, den menschlichen Bedürfnissen zu dienen, so hat die »Matrix« in ihrem Lebenszyklus diesen »Point of no Return« längst überschritten. Ihr Zweck besteht nur mehr im bloßen Selbsterhalt und in ihrer eigenen Perpetuierung.

Indem der erwachte Bürger damit beginnt, seine Kollaboration in und mit der »Matrix« aufzukündigen, wird er zum »Souveræn«. Seiner geistigen folgt die tätige und am Ende möglicherweise sogar die territoriale Sezession.

Als ein mögliches persönliches Sezessions- und Diversifikationskonzept gilt das des sogenannten »Perpetual traveler« (»PT«; dt. etwa: Dauerreisender, ständiger Tourist). Dieses »Über-Lebenskonzept« wurde erstmals in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts beschrieben: 1964 veröffentlichte der US-amerikanische Finanzberater Harry D. Schultz ein Buch mit dem Titel »How to Keep Your Money and Your Freedom«. Darin vertrat er seine neuartige »Dreiflaggen-Theorie«.

Ursprünglich als ein Konzept zur Steuervermeidung erdacht, ging er davon aus, dass diese zumindest eine zweite Staatsbürgerschaft (erste Flagge), einen sicheren Ort zum Vermögensschutz außerhalb des eigenen Heimatlandes (zweite Flagge) sowie eine Wohnanschrift in einem Steuerparadies (dritte Flagge) notwendigerweise voraussetzt. Der Autor Dr. W. G. Hill nahm sich später dieser Strategie an, differenzierte sie aus und fasste seine Ideen im Buch »PT: The Perpetual Traveller« prägnant zusammen. Im Laufe der Zeit wurde das Prinzip auf fünf bzw. sechs Flaggen erweitert.

Perpetual traveling als Lifestyle

»PT« ist also eine Art Chiffre für diejenigen, die »außerhalb« des Systems leben, die sich also vom Hamsterrad verabschiedet haben. Es bezeichnet sowohl einen kosmopolitischen Lebensstil als auch eine individualistische, libertäre Lebensphilosophie.

Als »PT« profitiert man von der Wertschätzung, die Touristen in den meisten Ländern entgegengebracht wird – im Gegensatz zum »Gefangenenstatus« der eigenen Bürger, die als Untertanen, Leibeigene, Staatsbesitz betrachtet und zumeist auch so behandelt werden.

In der Praxis sind »PT« Menschen, die so leben, dass sie keine Aufenthaltsgenehmigung für die Länder benötigen, in denen sie ihre Zeit verbringen. Indem sie dort auf einen ständigen Wohnsitz verzichten, unterliegen sie auch nicht solchen staatsbürgerlichen Pflichten wie Steuergesetzgebung (z.B. Einkommens- oder Kapitalertragssteuer), Sozialversicherungspflicht, Wehrdienst und so weiter. Während beispielsweise ein »PT« die Staatsbürgerschaft eines Landes inne hat, das Steuern einzig und allein auf der Grundlage des Wohnsitzes erhebt, wird sich sein gesetzliches Domizil, das heißt sein Hauptwohnsitz, möglicherweise in einer »Steueroase« befinden. Deshalb dürften die meisten »PT« vermögende Einzelpersonen sein, deren Hauptanliegen in der Steuerersparnis bzw. Steuervermeidung besteht. In vielen Ländern können Ausländer ‒ abhängig von den jeweiligen Möglichkeiten ihres Reisepasses ‒ für mehrere Monate im Jahr visumfrei leben, und häufig sogar auch Grundbesitz (Ferienhaus oder Ferienwohnung) erwerben, ohne Steuerpflichtiger zu werden. Beispielsweise gewähren viele Länder, z.B. Inselstaaten in der Karibik, europäischen Touristen einen bis zu dreimonatigen (in manchen Fällen sogar sechsmonatigen) visumfreien Aufenthalt, ohne dadurch steuerpflichtiger Einwohner zu werden.

Im Allgemeinen können »PT«, indem sie unter Ausnützung der jeweiligen visumfreien Höchstaufenthaltsdauern, zwischen den einzelnen Ländern hin- und herreisen, auf legale Weise ihre Steuerbelastung verringern oder beseitigen. Für andere »PT« besteht das Motiv wiederum in Gründen der Selbstbehauptung (des Selbsteigentums an sich selbst) oder um möglichst frei vom Einfluss der Behörden und des Systems zu sein

Neben den genannten wirtschaftlichen Gründen gibt es auch »PT« aus philosophischen oder existenziellen Gründen, die sich nicht auf eine festzementierte Existenz einlassen wollen.

Grundlage ist die Flaggen-Theorie

Hinter der nonkonformistischen Idee des »Dauer-Touristen« steckt also eine Diversifikationsstrategie, wie sie jeder multinationale Konzern praktiziert: dieser lässt beispielsweise in Indien entwickeln, in China produzieren und in Bulgarien verwalten. Während er sein Produkt in Deutschland verkauft, wird der Gewinn im Schweizer Kanton Zug versteuert. Für den »Perpetual Traveller« (»PT«) gilt ähnliches: die verschiedenen Lebensbereiche und Aktivitäten wie Staatsbürgerschaft, Wohnsitz, Vermögensschutz, Berufs- oder Unternehmenstätigkeit werden auf verschiedene, rechtlich voneinander unabhängige Staaten verteilt.

Der »PT« wandelt sich sozusagen zu einem Einmann-Multikonzern, um Konflikte, Rechtsstreitigkeiten, Steuern und sonstigen unerfreulichen Dingen aus dem Weg zu gehen. Indem er als »PT« zwischen mehreren Destinationen verkehrt, wird er überall nur als Tourist wahrgenommen, wodurch er (zumindest theoretisch) nicht ins Fadenkreuz der Steuerbehörden irgendeines Staates geraten kann. Solange er sich unauffällig verhält und vor Ort nichts zuschulden kommen lässt, kann niemand im Ausland überprüfen, wovon er lebt (und es wird auch niemanden interessieren, solange er nichts von dem, was er so macht, an die große Glocke hängt). Nicht umsonst betonte Hill in seinem Buch immer wieder, dass er keine illegalen Tipps zur Steuerhinterziehung preisgibt. Zudem wies er darauf hin, dass man in seinem jeweiligen Aufenthaltsland nichts Illegales tun, sondern stets an jene Orte gehen sollte, an denen das gewünschte erlaubt (z.B. steuerfreie Unternehmenstätigkeit) oder garantiert (z.B. Bankgeheimnis) ist.

Aus den folgenden Bausteinen setzt sich das Gebäude der erweiterten »Flaggentheorie« zusammen:

Flagge 1 – Staatsbürgerschaft bzw. Pass: Zusätzlich zum Pass Deines Heimatlandes, den Du ja ohnehin besitzt, sofern Dir nicht bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt wurde, solltest Du Dir die Staatsbürgerschaft (und den Reisepass) eines oder auch mehrerer Staates besorgen, die jeweils das weltweite Einkommen Nichtansässiger steuerfrei lassen. Das gilt beispielsweise nicht für deutsche Rentner mit Wohnsitz im Ausland, die unter bestimmten Umständen (nach § 49 Absatz 1 usw.) beschränkt einkommensteuerpflichtig und verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung in Deutschland abzugeben.

TIPP: Noch ist der deutsche Reisepass ein sehr gutes Reisedokument. Mit ihm kannst Du ohne Visum in sehr viele Länder einreisen und bis zu drei Monate (oder sogar länger) bleiben. Ebenso gut sind auch die Pässe anderer europäischer oder EU-Staaten, Kanadas, Australiens, Neuseelands oder Singapurs. Sollte Deutschland allerdings irgendwann dem Beispiel der USA folgen und versuchen, Deutsche im Ausland wegen ihrer Staatsangehörigkeit zu besteuern, dann ist die Zeit gekommen, um über einen neuen Pass nachzudenken (dies sollte freilich rechtzeitig geschehen, bevor alle Türen verschlossen sind).

Flagge 2 – Domizil (»Zuflucht« 1): Das ist Dein offizieller Wohnsitz. Lasse Dich mit förmlicher Anmeldung in einem Staat nieder, der Dich als einen redlichen und vertrauenswürdigen Bürger wahrnimmt, auch wenn Du nicht viel (oder überhaupt keine) Zeit innerhalb seiner Grenzen verbringst.

TIPP: Das ideale Land für einen neuen (offiziellen) Wohnsitz muss nicht unbedingt ein »Steuerparadies« sein. Aber es sollte z.B. Offshore-Gesellschaften nicht diskriminieren. Es ist sogar klüger, wenn es nicht als Steueroase gilt. Allerdings sollte es die folgenden Voraussetzungen erfüllen: a.) Die bürokratischen Hürden einer Einbürgerung bzw. der offiziellen Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, müssen so niedrig als möglich sein; b.) das Land darf die weltweit erzielten Einkommen/Einkünfte seiner ausländischen Bürger nicht besteuern – oder nur die im Inland, nicht jedoch im Ausland erzielten; c.) es sollten keine Vorschriften hinsichtlich der jährlichen Aufenthaltsdauer bestehen, um bei längerer Abwesenheit nicht das Aufenthaltsrecht zu verlieren. Im Rahmen der »PT«-Strategie solltest Du dort weder ein Geschäft/Unternehmen betreiben noch Dein Vermögen anlegen – wobei es selbstverständlich nicht als Arbeit zählt, wenn Du zuhause Deine Website pflegst oder organisierst. Als Kandidaten kommen relativ »günstige« Länder wie etwa die Turks und Caicos-Inseln, Panama oder Andorra in Frage. Die bisherigen Favoriten wie Bermuda, Liechtenstein, die Schweiz oder Monaco lassen aufgrund einer veränderten Gesetzeslage entweder niemanden mehr hinein oder sind unerschwinglich geworden. Allerdings erfüllen nach wie vor viele asiatische, mittel- und südamerikanische Staaten die Anforderung der oben erwähnten Nichtbesteuerung. Etliche dieser Staaten, wie Paraguay – oder sogar Nordkorea! – kennen überhaupt keine Einkommensteuer. Argentinien, Uruguay oder Brasilien sind »de-facto Steuerparadiese«. Richtig organisiert, wobei stets die Mindest- und Höchstaufenthaltsdauern zu beachten sind, werden »Touristen«, die auf der »Durchreise« sind, in keinem Land besteuert.

Flagge 3 – »Spielwiese« (»Zuflucht« 2): Dies sollte ein Ort bzw. ein Zielgebiet sein, an dem Du die meiste Zeit (physisch) verbringst. Denkbar ist auch eine Kombination unterschiedlicher Destinationen (am besten zwischen zwei und vier), in denen Du Dich abwechselnd aufhältst. Bleibe an diesen Orten jeweils nur so lange, wie es visumfrei möglich ist – in der Regel drei Monate – damit Du weder zwangsweise ausgewiesen noch automatisch Einwohner und damit einkommensteuerpflichtig wirst. Welche Ziele Du wählst, hängt natürlich von Deinem persönlichen Geschmack und Deinen individuellen Präferenzen ab. Mit den richtigen Beziehungen oder einem klugen Arrangement der nötigen Formalien (was einen guten Anwalt voraussetzt), dürfte es auch möglich sein, sich einen Daueraufenthalt zu »erschleichen«.

TIPP: Je nach Motivationslage weisen erstens gefragte Touristenzentren alle Vorzüge und Bedingungen einer »PT-Spielwiese« auf. In solchen Zielgebieten verschwindest Du unter der Tarnkappe eines »Low Profile« völlig unsichtbar und damit unbehelligt in den Urlaubermassen. Prinzipiell kommen alle Landstriche mit Sonne, Strand und Meer in Frage: von Mallorca oder den Kanaren, über die Dominikanische Republik bis zu Pattaya oder Phuket. Aber auch Großstädte wie Paris, Singapur oder Hongkong eignen sich – zweitens – hervorragend zum sowohl anonymen als auch geschäftigen Aufenthalt.

Flagge 4 – Unternehmenssitz: An diesem (geographischen) Ort verdienst Du – zumindest offiziell – Dein Geld. Gründe Dein Unternehmen in einem Staat, der die außerhalb seiner eigenen Jurisdiktion erzielten Erträge nicht besteuert. Die meisten traditionellen Offshore-Gebiete (»Steuerparadiese«) sind dazu geeignet. Falls Du als Inhaber, Gesellschafter und/oder Geschäftsführer einen bereits gut eingeführten Betrieb leitest, der aus vielerlei Gründen nicht verlagert werden kann, hast Du scheinbar zunächst keine große Wahl. Du musst in den sauren Apfel beißen und vor Ort Deine üblichen Steuern bezahlen. Dennoch bist Du nicht völlig hilflos. Es bleibt Dir unbenommen, Offshore eine juristische Person (d.h. eine haftungsbeschränkte Kapitalgesellschaft wie eine Ltd., LLC, Inc. usw.) zu gründen oder gründen zu lassen, Unternehmensfunktionen zu outsourcen oder Produkte bzw. Leistungen zu exportieren. Fast alle Unternehmensbereiche könnten so schrittweise verlegt werden. Außerdem ist es immer noch legal, Deine Geschäftsanteile an jedermann zu verkaufen, der Dir ein gutes Angebot unterbreitet, gleichgültig vom Standort des Käufers. Und falls die von Deinem Unternehmen erstellten Leistungen weitgehend virtuell oder »virtualisierbar« sind, dann kannst Du Deinen bisherigen Betrieb auch schließen und im Cyberspace neu eröffnen. »Virtualisierbar« ist prinzipiell alles, was sich mit Kommunikation, Kreativität, Beratung, Handel u.ä. beschäftigt. Ein Internet-basiertes Unternehmen kannst Du theoretisch an jedem beliebigen Ort gründen. Außerdem gibt es Staaten, die auf jeweils unterschiedliche Wirtschaftsbereiche oder Industrien spezialisiert sind. So, wie sich etwa Panama oder Liberia auf die Registrierung von Frachtschiffen ausgerichtet haben, werden die Kaimaninseln zur Ausflaggung von Geschäftsreiseflugzeugen genutzt. Zudem gelten in vielen Sonderwirtschafts- oder Freihandelszonen weltweit Vorzugskonditionen für Investitionen und Unternehmensgründungen. Neben bekannten Freihandelsgebieten wie die »Jebel Ali Free Zone« von Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) bieten auch die Sonderzone ZEC (»Zona Especial Canaria«) auf den Kanarischen Inseln oder die EU-Sonderwirtschaftszone Madeira, die der »EU-Zonenrandförderung« unterliegt, steuerbegünstigte Investitionen.

Flagge 5 – Vermögensanlage (und/oder Bankkonto): Verwalte Dein Vermögen (sofern Du über eines verfügst) in einem »Steuerparadies«, das rechtlich von den Orten getrennt ist, an denen Du Dein Geld verdienst oder ausgibst (also Flaggen 3 und 4). Es sollten Gebiete sein, die ein strenges Bankgeheimnis wahren (das bestenfalls im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen aufgehoben werden kann) und die ansonsten keine Daten mit ausländischen Finanzbehörden austauschen. Weitere Voraussetzungen sind eine zuverlässige Kommunikationsinfrastruktur sowie stabile politische Verhältnisse mit einem großen Respekt gegenüber der individuellen Privatsphäre. In solchen Staaten sind Banken tätig, in denen Du ein Hacker-sicheres Nummernkonto eröffnen kannst. Es ist selbstverständlich, dass Du dort, wo Dein Vermögen diskret versteckt ist, weder lebst noch ein Unternehmen betreibst.

TIPP: Bewahre Dein Vermögen und/oder Deine Ersparnisse auch nicht an Deinem Wohn- oder Firmensitz auf. Und dies aus verständlichem Grund: Sollte Dein Unternehmen in Schieflage geraten, kannst Du nur am Sitz Deiner Firma (bzw. am zuständigen Gerichtsstand) verklagt werden. Der liegt aber wiederum niemals dort, wo Du Deine Geschäfte tätigst. Somit sind rechtliche Schritte gegen Deinen Betrieb umständlich und vor allem teuer. Und der Griff auf Dein Konto ausgeschlossen. Damit wird auch Abmahnanwälten das Leben erschwert. Das heißt: Weder von Deinem Wohn- noch von Deinem Firmensitz sollten Spuren zu Deinen Ersparnissen und Vermögenswerten führen. Zusätzliche Sicherheit verleiht Dir die Vermögensdiversifikation auf mehrere, voneinander unabhängige »Steuerparadiese«. In dem Maße, wie die bislang bevorzugten Favoriten Schweiz, Liechtenstein oder Luxemburg vor dem Finanztotalitarismus der USA oder der EU kapitulieren, muss der Blick jenen Alternativen zugewandt werden, die möglicherweise zwar noch nicht deren Standards erreicht haben, aber dafür bislang unterm Radar fliegen. Das erfordert ein andauerndes sich informieren – sowie versierte Steuerberater und Anwälte.

Flagge 6 – Virtuelle Existenz im Cyberspace (Internet): Sofern Du kein reicher Privatier oder Rentner/Pensionär oder von Beruf Sohn bist, solltest Du über eine sichere und aktive, aber standortunabhängige Einkommensquelle verfügen. Eine virtuelle Entität (im Cyberspace) ist sozusagen der weltweit aktive Knotenpunkt Deiner Unternehmenstätigkeit, Deiner Kommunikation und Deines Zahlungsverkehrs. Aus diesem Grund entwickelte sich im Laufe der vergangenen Jahre der Cyberspace zur sechsten Flagge am »PT-Gebäude«, wobei mit den mannigfaltigsten »mobilen Geschäftsmodellen« ein unsichtbares Einkommen als Vermittler, Berater oder (Content-) Inhalte-Anbieter von wenig bekannten oder exklusiven Informationen und Dienstleistungen verdient werden kann. Am besten geeignet sind sogenannte virtuelle oder Online-Unternehmen in Kombination mit rechtssicheren Offshore-Konstruktionen, bekannt auch als »PT-Business«, mit denen Du jederzeit und überall arbeiten kannst. Das Internet ermöglicht immer mehr solch innovativer Geschäftsideen. Wenn Du ein entsprechendes, »ortsunabhängiges« Unternehmen betreibst, kannst Du von praktisch jedem Punkt der Erde aus arbeiten (und Geld verdienen), was natürlich Deinen Handlungsspielraum und damit Deine persönliche Freiheit maximal erweitert. Hierbei sollte Deine, selbstverständlich hochverschlüsselte Website auf einem Secure-Server in einem sicheren Drittland – wie etwa Island – gehostet sein, das sich weder von deutschen, europäischen (oder US-amerikanischen) Bürokraten beeindrucken lässt noch Deine Internetpräsenz besteuert.

TIPP: Als virtueller Unternehmer ( »Virtupreneur«) kannst Du Dich physisch an jedem beliebigen Ort aufhalten (und dort arbeiten), und bist dennoch für jedermann unsichtbar. Neben Island bieten sich auch Taiwan, Costa Rica oder Panama – sowie weit vom Schuss entfernte Inseln wie Tuvalu oder Niue – als ziemlich sichere Server-Standorte an. Die Sicherheit kann möglicherweise durch eine Diversifikation auf verteilte Server vergrößert werden, wobei nach dem Zufallsprinzip und im Sekundentakt jeweils ein anderer Standort aktiv ist, und damit keiner eindeutig lokalisierbar, was die Anonymität weiter steigert. Falls doch eine Behörde oder ein Internet Service Provider (ISP) Kummer bereiten, dann drückst Du einfach die »Löschen-Taste« und ziehst weiter. Ergo: Mit Deiner sechsten Flagge im Cyberspace kannst Du die bereits bestehenden und sich künftig stets neu bietenden Chancen des Informationszeitalters zu Deinem Vorteil nutzen. Die aktuellen technischen, rechtlichen und politischen Entwicklungen sollten deshalb aufmerksam verfolgt werden.


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